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Vätternrundan 2009


Am 11.06.09 war es wieder soweit, Wolf-Dieter Thormeier, Jens Heine, Katrin Brunk, Nils Gose, Martina Henke, Gert Friedel, Peter Arnold, Torsten Arndt, Siegfried Schefter und Bärbel Kämpfer und Jan Dabel wollten es wissen!
Die Fahrt ging mal wieder nach Motala (Schweden), immer das Wetter im Blick.
Die Gruppe hatte sich das Ziel gesteckt, die 300 Km um den berüchtigten Vätternsee in Angriff zu nehmen. Mit dem Bus des HANSE-Klinikums Stralsund und einem Anhänger, ging es bereits am frühen Donnerstagmorgen um 06:30 Uhr, im Konvoi nach Motala.
Die Sachen wurden bereits am Vorabend verstaut, so konnten wir die Sache gelassen angehen. Nils hat den Bus gefahren und ich habe mir einen Anhänger an der Tanke geliehen, so war das Platzproblem ausreichend gelöst. 7:45 Uhr ging die Fähre ab Saßnitz, wir hatten genügend Zeit. Gegen 17:00 Uhr kamen wir dann entspannt auf dem Z-Parkplatz (Campingplatz) in Motala an.


Nach der Ankunft war Teamwork gefragt, denn Zelte und Pavillon wurden gemeinsam aufgebaut. Die Sonne meinte es mit uns besonders gut und zeigte sich von Ihrer freundlichsten Seite.
Was lag da näher, als den Grill anzuwerfen!!!
Neben unseren Zelten waren noch weitere Stralsunder Radsportfreunde, die wir aus den Vorjahren kannten. Auf der anderen Seite, unsere Ruganer Radsportfreunde, so waren alle in bester Gesellschaft.
Nicht weit von uns entfernt, traf ich dann auch Thali und Gereon aus Hamburg Ottensen, die mir von der Bargteheide Tour letzten Herbst bekannt waren und im Forum "Helmuts Fahrradseiten" aktiv Posten), so klein ist eben die Welt.
Die Nacht verging dann auch recht schnell, denn die Getränke sorgten für einen guten Schlaf!
Das Trommeln auf dem Zeltdach am Morgen, verkündet nichts Gutes, denn der gefürchtete Dauerregen trat ein, der auch kräftige Schauer mit sich brachte.
Nach dem gemeinsamen Frühstück, zum Glück hatten wir ja unseren Pavillon und einen Tapeziertisch von Nils, ging es mit dem eigenen Bus in die Stadt. Schnell die Startunterlagen geholt, noch durch die Verkaufsstände gebummelt und das Eine oder Andere käuflich erworben, Regensachen verkauften sich wohl am besten!
Danach gingen wir zu unserem Stamm-Kaffee an den Hafen, wo wir im Wintergarten schön speisten und Kaffee bis zum Abwinken tranken (einmal bezahlen immer wieder nachholen).
Der Gesprächstoff des Tages war natürlich das miese Wetter, "Was ziehen wir an?" "Was wird uns wo erwarten?" "Wie lange werden wir brauchen?" und wenn es auch keiner genannt hat, "Werde ich überhaupt starten?"
Unsere Teilnehmer starteteten zwischen 20:30 Uhr und 23:15 Uhr.
Das Wetter hatte dann gegen Abend ein kleines Einsehen, zeigte sich aber trotzdem wechselhaft.
Der Start war diesmal an den Hafen verlegt worden, was ich persönlich recht gut fand, denn es kam zu weniger Stau, was aber auch an den ca. 4000 nicht gestarteten Fahrern liegen könnte. Nach dem Start sollte der Regen nicht lange auf sich warten, nach 50Km ging es los, allerdings war die Nacht recht mild für schwedische Verhältnisse. In den vergangenen Jahren lagen die Temperaturen zwischen Gänna und Jönkobing immer im Frostbereich, diese Jahr zeigte die Temperaturanzeige in Jönköbing 12 Grad an und um Gränna gab es Nebel.
Für unsere drei Neulinge, war das Wetter eine echte Feuertaufe allerdings war auch bei ihnen bald nichts mehr vom Feuer zu spüren, denn sie mussten sich mit dem nasskalten Wetter herumschlagen. Diese Tour war nichts für "Schönwetterfahrer". Hier galt es auf die richtige Kleidung zu setzen und gut trainiert zu sein.
1008 Fahrer brachen die Tour vorzeitig ab, dass war auch nicht anders zu erwarten.
Die großartige Volksfeststimmung rund um den See, beschwingt jeden Fahrer aufs neue und hilft einem über bestimmte Phasen hinweg.. Die Schweden sind sportbegeistert und diese Begeisterung gaben sie auch in der Nacht durch Anfeuerungsrufe zum besten. Gartenzäune wurden mit Lampions und Luftballons geschmückt , Kerzen und Feuerstellen am Straßenrand aufgestellt, Gärten verwandelten sich in Partymeilen, Cheerleader ermunterten die Fahrer auf den letzten 50 Km. Zwischendurch gab es alle 40 Km Verpflegungspunkte mit einem vielfältigen Angebot wie Blaubeersuppe, Kaffee, Kuchenbrötchen, Salzgurken etc., um dem Kräftemangel vorzubeugen.
Dieses Mal wollte ich auf der Strecke den Segen des Pfarrers persönlich erhalten, was mir auch gelang, denn schon von weiten waren seine Rufe über das Megafon zu hören. Ich wollte unbedingt ein Foto machen und zu meinem Erstaunen kam er gleich auf mich zu und konnte sogar deutsch. Wir unterhielten uns herzlich und dann musste ich auch wieder weiter.
Im laufe des Tages, trafen dann nach und nach alle Teilnehmer unserer Gruppe wieder freudestrahlend und unfallfrei im Camp ein.
Die Rundenzeiten unserer Teilnehmer reichten von respektablen 10:57 Stunden bis zu 17:37 Stunden.

Trotz des Wetters, waren alle gut drauf, die körperlichen Zipperlein waren kaum auszumachen, was recht verwunderte, also musste wohl das Training effizient gewesen sein.
Am Abend wurden die Reste vergrillt und der persönliche Erfolg begossen. Der Abend sollte dann aber doch nicht so lange gehen, denn Alkohol und ein ausgelaugter Körper sind zwei ungleiche Gegner und so ging es mit 1:0 für den Alkohol in die Kojen!
Um 05:30 Uhr war die Nacht zu ende, nun hieß es Zelte abbauen und ab auf die Strecke zur Fähre. Unterwegs hielten wir dann an einer Raststätte an und frühstückten erst einmal ausgiebig, die Stimmung war einfach toll.
Wenn das Wetter auch nicht gerade radfreundlich war, so konnten wir auf vier erlebnisreiche Tage zurückblicken, die wir so schnell nicht vergessen werden.
Eines ist jetzt jedoch schon klar: im nächsten Jahr kommen wir wieder und dann wird schönes Wetter sein!
(11.06.2009, Gert Friedel)