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Mecklenburger Seenrunde


Die Nachricht über die Mecklenburger Seenrunde, nach dem Vorbild der Vätternrundan verbreitete sich im letzten Jahr wie ein Lauffeuer. Es sollte sich um eine 322 KM Runde rund um die Mecklenburger Seenplatte, sowie eine reine 90 KM Frauenrunde handeln, mit Start- und Ziel im Kulturpark in Neubrandenburg.
Für viele von uns war klar: Da müssen wir hin.


Am 23.05. reisten daher 20 Mitglieder der Radsportgruppe nach Neubrandenburg. Ganz nobel checkten einige im Parkhotel ein. Die Anmeldung war nachmittags auch schnell erledigt und wir hielten unsere MSR Trikots in den Händen. Bei fast 30 Grad und Sonnenschein füllte sich die Festwiese langsam, wir zogen es jedoch vor uns vor dem langen Kanten nochmal auszuruhen.

Kaum vorstellbar war bei diesen Temperaturen, dass wir uns abends tatsächlich lange Hose und Jacke anziehen würden. Die Wetterfrösche hatten jedoch zwischen Gewitter und Sonnenschein alles vorausgesagt. Pünktlich zu den ersten Starts am Abend setzte dann auch der Regen ein. Also war zumindest die Regenjacke Pflicht. Um 20.15 Uhr starteten Bärbel, Katrin, Arne, Werner S., Peter, Michael, Wolf, Bolle, Jens H., Dieter, Dirk und Rainer kurze Zeit später dann Tilo.

Auf geht es in die Nacht hinein auf verkehrsarmen Straßen bis nach Friedland, dann weiter nach Burg Stargard. Die Gruppe hat sich schnell aufgelöst, ich fahre mit Arne und Werner S. Der Regen begleitet uns ca. 2 Stunden, stört jedoch nicht allzusehr, es ist ja warm genug. Auch Blitz und Donner bekommen wir noch mit, zum Glück nicht direkt über uns. Trotz des Wetters stehen in fast jedem Dorf Menschen an der Strecke, die uns anfeuern. Das hätte ich tatsächlich nicht erwartet. In dem Depot in Burg Stargard werden wir tanzend und singend empfangen,auch massieren kann man sich hier, wie in fast jedem Depot, lassen. Wir fahren jedoch weiter.

Es ist wirklich stockduster, die Straßenverhältnisse teilweise sehr holprig, was die Fahrt zusätzlich erschwert. Bis zum Sonnenaufgang dauert es aber noch ein paar Stunden, das Weiterfahren im Dunkeln ist daher unumgänglich. Bei einem kurzen Stop in Neustrelitz stärken wir uns mit einer schönen kräftigen Gemüsebrühe und freuen uns wieder einmal über die sehr gut gelaunten und hilfsbereiten Helfer an den Depots. Auf dem Weg nach Röbel können wir dann endlich mal auf einer Landstraße schön rollen lassen. So langsam ist auch erkennbar, dass der langersehnte Sonnenaufgang nicht mehr weit ist. Hier haben wir die kälteste Phase, irgendwer sagt was von 9 Grad, da sind wir doch sehr froh über unsere langen Sachen. Im warmen Zelt in Röbel verspeisen wir nach 155 KM leckere Nudeln und erleben eine schöne Überraschung: Als wir gerade wieder starten wollen kommt Gert auf uns zu und ist ganz aus dem Häuschen uns hier zu treffen. Er ist 2 Stunden nach uns gestartet und hat uns bereits nach der Hälfte der Strecke eingeholt. Die Freude darüber gönnen wir ihm natürlich und machen uns wieder auf den Weg.

Jetzt ist es hell und wir können endlich sehen, wo wir überhaupt langfahren. Links der Plauer See, rechts der Fleesensee und immer mal wieder Kopfsteinplaster so geht es weiter über Drewitz bis nach Alt Schönau. Die Strecke ist wirklich gut ausgeschildert, auf besondere Gefahren wird immer mit großen Schildern hingewiesen. Zusätzlich sind auf der gesamten Strecke ca. 350 Feuerwehrleute im Einsatz, die uns an unübersichtlichen Stellen nicht nur den Weg weisen sondern uns auch immer wieder anfeuern und motivieren. Wirklich Spitze!

Mittlerweile dürften auch Werner K., Karl, Gerd R., Niels und Falko schon seit ein paar Stunden unterwegs sein. Sie sind morgens um halb sechs gestartet und haben jetzt noch einige Kilometer vor sich.

Auch Bruni ist jetzt auf Tour, sie vertritt unseren Verein, zusammen mit Claudia aus der Laufgruppe auf der 90 KM Frauenrunde.

Im Depot in Alt Schönau nach 250 KM können wir auf bereitgestellten Liegestühlen entspannen. Jetzt nur nicht faul werden, es ist ja nicht mehr weit.

So langsam entwickelt sich für uns jeder Hügel zum ausgewachsenen Berg,kaum zu glauben, dass wir uns im norddeutschen Flachland befinden.Die Kräfte lassen nach, was man uns im Depot am Schloss Bredenfelde wohl ansieht. Die netten Waffelbäckerinnen dulden nicht, dass wir anstehen: Wir werden hier am Tisch mit frisch gebackenen Waffeln bedient. Für diesen Luxus hat es sich doch gelohnt zum Schloss runterzufahren. Den Berg fahren wir jetzt mit einem Lächeln wieder hoch.

Im letzten Depot in Penzlin treffen wir auf Bärbel und Peter, die nach diversen platten Reifen in Zeitverzug, aber trotz Allem noch gut gelaunt unterwegs sind. Die letzten 20 KM vergehen wie im Flug, kein Wunder, wenn das Ziel naht, sind wir doppelt motiviert.

Vor dem Ziel bringt uns ein kurzer knackiger Anstieg in Form einer kleinen Brücke im Kulturpark nochmal fast zum stehen und dann rollen wir auch schon begleitet vom Jubel unserer Fans und Mitstreiter direkt auf unsere Medaillen zu. Für mich endete hier meine längste jemals gefahrene Strecke. Der Tacho zeigt 326 KM, laut offizieller Vermessung hat die Strecke 322 KM.

Das Zielbier und Mecklenburger Kartoffelsuppe gibt's bei Sonnenschein. Einige sitzen schon frisch geduscht auf der Festwiese. Und auch ich freu mich auf eine warme Dusche im Hotel, mal was anderes als eine kalte Dusche auf dem schwedischen Zeltplatz.

Nach einem kurzen Nachmittagsschläfchen lassen wir den Abend auf der Festwiese ausklingen und können sogar noch Werner K., Karl und Gerd R. im Ziel empfangen.

Eine sehr gelungene Erstauflage der Mecklenburger Seenrunde neigt sich dem Ende zu. Nach anfänglichem Hadern mit der Streckenführung (dunkle enge Waldpassagen,Kopfsteinpflaster...) sind doch alle sehr begeistert und die meisten im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder dabei.
(23.05.2014, Katrin Brunk)